„Gott sei Dank!“

Liebe Leser*innen, in den letzten 4 Monaten war ich vier Mal in der Kirche. Die evangelisch lutherische Kirche ist leider nur zwei Mal in   Mehr...

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Leselust

Nach „Verbrechen“ und „Schuld“ hat Ferdinand v. Schirach einen neuen Erzählband vorgelegt: „Strafe“. 12 Geschichten dieses gelernten Juristen,   Mehr...

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„Gott sei Dank!“


Liebe Leser*innen,


in den letzten 4 Monaten war ich vier Mal in der Kirche. Die evangelisch lutherische Kirche ist leider nur zwei Mal in Botswana vertreten und beide Kirchen liegen in der Hauptstadt, sodass es schwierig ist sie zu erreichen.


Also habe ich mich darauf verlegt verschiedene Kirchen zu besuchen, da ich die Vielfalt an Kirchen in Botswana faszinierend und interessant finde.


Von der katholischen Kirche hatte ich in einer der ersten Einträge schon berichtet. Den zweiten Gottesdienst, den ich mit einer Freundin besucht habe war von der UCCSA. Das steht für United Congregational Church of Southern Africa. Meinen Eindruck kann ich relativ wenigen Worten zusammen fassen. Die Musik war sehr schön, die Predigt mind. 1,5 Stunden lang und in Setswana und die Gottesdienstbesucher um uns herum sind reihenweise eingenickt. Aber, wie gesagt, die Gospelmusik war sehr schön und unsere Sitznachbarn haben uns ihr Gesangbuch geliehen, damit wir mitsingen konnten.


Die dritte Kirche, die ich besucht habe war eine Kirche mit dem Namen Kingdom City. Wie der moderne Namen schon andeutet, ist dies eine sehr junge Kirche. Ich sage mal so: Die Botschaft dieses Gottesdienstes fand ich sehr, gut, lebensnah und praktisch. Es ging darum, was einem im Leben daran hindert so zu leben wie man will. Dass man nicht auf den Himmel warten soll, sondern den „Himmel auf Erden“ leben soll. Dazu wurde viel gesungen mit einer Band und teilweise habe ich mich mehr wie in der Disko, als wie in einer Kirche gefühlt. Die Menschen haben getanzt und wahrhaftig den Gottesdienst gefeiert.


Alle, die das erste Mal da waren, haben ein Mittagessen und einen Kaffee umsonst bekommen, was ich auch eine nette Willkommen-Geste fand. Der Pastor sah übrigens mehr wie ein Musikstudent aus, als wie ein Pastor, was dem ganzen aber weder Qualität noch Ernsthaftigkeit nahm.


Das einzige, was mich störte war, dass mehrere Leute nach dem Gottesdienst herum gingen und einen einen Zettel ausfüllen ließen, auf denen man alle möglichen Daten angeben sollte. Als ich fragte, wieso ich meine Telefonnummer angeben solle, meinte die Frau, dass sie so jede Woche anrufen können, um zu checken wie es mir geht. Da gingen bei mir die Mundwinkel etwas nach unten, weil ich das etwas zu nah und grenzüberschreitend fand. Aber man musste die Nummer letztendlich nicht angeben, was ich dann angenehm fand.


Der ganze Gottesdienst wurde per Power Point mit übertragen, außerdem gab es Mini-Nachrichten, von anderen Kingdom City Gemeinden aus der ganzen Welt, was auch sehr interessant war. Der Gottesdienst war locker, laut, international und lebendig, was mir sehr gefallen hat. Danach gab es das Botswana-Kirchenkaffee mit Essen, Trinken und Life-Musik einer Band + Tanzwettbewerb. Außerdem hat ein Künstler sein Können vorgeführt.


Die letzte Kirche, die ich besucht habe war Assemblies of God, wo eine Freundin/Kollegin mich mitgenommen hat. Prinzipiell fand ich den Gottesdienst gut, aber ich verstehe nicht, warum viele Prediger in Botswana den Drang zum Schreien haben, während sie predigen. Dadurch wird das Gesagte nicht gerade verständlicher und ich hätte mehr aus dem Gottesdienst mitgenommen, hatte der Pastor in einer normalen Lautstärke gesprochen. Den Part in Deutschland, wo es heißt „jeder hat jetzt 2 Minuten, um in Stille für sich zu beten“, gibt es hier auch. Allerdings passiert das nicht in Stille, sondern in voller Lautstärke. Jeder betet laut (sehr laut) für sich, wobei einige Besucher in eine Art Ekstase geraten, die mich erst etwas erschreckt hat.


Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Menschen zu ein und dem selben Gott beten bzw. ihn feiern. Ich bin gespannt, welche Kirchen ich noch entdecken werde.


Bis dahin: Genießt die Gottesdienste in Ansgar von Pastor Martens und Pastor Götting! Es geht doch nichts über die heimische Kirchengemeinde.

Anna Walther

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22.05.2018
19.30
Kirchsaal
Leselust

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22. Mai um 19 Uhr 30


Nach „Verbrechen“ und „Schuld“ hat Ferdinand v. Schirach einen neuen Erzählband vorgelegt: „Strafe“. 12 Geschichten dieses gelernten Juristen, begnadeten Stilisten und genauen Beobachters. Wir besprechen das Buch am Dienstag, 22. Mai, 19.30 Uhr im Kirchsaal, Kirche.

P. Klützke-Naumann und H. Martens

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