Ansgarspiegel

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Monatsspruch November

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

(Ezechiel 37, 27)

Unser Monatsspruch stammt aus dem Buch des Propheten Ezechiel und spiegelt eine Zeit, in der das Volk Israel alles verloren hat. Das Volk Gottes ist militärisch durch die Babylonier besiegt, in Kriegsgefangenschaft verschleppt, sein Land Israel verwüstet und der Tempel zerstört worden. Alles, was dieses Volk trägt, Hoffnung und Zuversicht spendet, scheint verloren. Verzweiflung macht sich breit. Gott wohnt nicht mehr im Tempel in Jerusalem, denn der liegt in Staub und Asche. Er hat seine Wohnstätte verlassen und will nicht mehr Israels Gott sein. Sein Versprechen, dass sie sein Volk seinen, gilt nicht mehr. So fühlt es das Volk Israel in babylonischer Gefangenschaft. Ich glaube, dieses Gefühl findet sich in manchen Biographien, wenn wir uns an ausweglos scheinenden Punkten unseres Lebensweges fragen, warum gerade ich? Werde ich das überstehen? Ohnmacht macht sich breit, die selbst für Gott keinen Platz lässt. Wir fühlen uns von Gott alleingelassen. Nichts kann uns mehr Halt geben. Das Gefühl, nicht mehr weiter zu können, überwältigt uns und verstellt jeden Hoffnungsschimmer. In diese dunkle Zeit spricht Ezechiel sein Wort. Gott will unter uns sein, unser Gott sein und wir sollen sein Volk sein. Ezechiel ermutigt Israel und auch uns dazu, Gottes Versprechen zu vertrauen, auch wenn im Moment nichts dafür spricht, Vertrauen zu schenken. Er möchte Mut machen, dass Gott auch in trostloser Zeit seine Liebe und Zuwendung nicht aufgeben wird. In der Geschichte Israels bewahrheitet sich dieses Vertrauen. Es wird wieder einen Tempel geben und Gott mitten unter uns wohnen. Möge auch uns diese Hoffnung in den Tiefpunkten unseres Lebens erreichen!

Pastor Helge Martens

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