Ansgarspiegel

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Monatsspruch April 2018

Ostern

Versuchen Sie einmal sich vorzustellen, Ostern läge alljährlich im November. Das geht nicht? Nein, mir gelingt es auch nicht. Ostern gehört in den Frühling, weil der Frühling spüren lässt, was unsere Religion uns erzählt: Nach dem Winter, als alle Natur wie erstorben dazuliegen schien, kein Blatt am Baum, keine Blüte, außer der einiger weniger Vorboten wie Schneeglöckchen oder Christrose, wenn wir dann spüren, wie allmählich das Leben wieder erwacht, die Luft lauer wird, die Vögel wieder von Lust und Leben zu singen sich trauen, die Bäume in zartes Grün sich kleiden und „Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide“, dann „erwachen“ auch wir zu „neuem Leben“.

Frühling und Ostern gehören zusammen, Goethe lässt es den Faust im Osterspaziergang besingen: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; …... Jeder sonnt sich heute so gern. / Sie feiern die Auferstehung des Herrn, / Denn sie sind selber auferstanden, / Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, / Aus Handwerks- und Gewerbes-Banden, / Aus dem Druck von Giebeln und Dächern, / Aus der Straßen quetschender Enge, / Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht / Sind sie alle ans Licht gebracht.“

Ostern erzählt davon, wie die verängstigten, geflohenen Jünger Jesu sich wieder ins Leben trauen: Das Leben geht weiter! Der Tod behält nicht das letzte Wort. Gott hat das letzte Wort, oder, nichtreligiös gesprochen: Dieses Leben ist schön und sinnvoll – trotz aller Sinnlosigkeit. Und wir lassen uns unsere Sehnsucht nach Leben nicht kaputt machen, ja, die Erfahrung des Verstörenden, Bitteren und des Todes lässt unsere Sehnsucht nach Leben wachsen und reifen - so, wie der Winter unsere Sehnsucht nach Licht und Wärme! Gesegnete Ostern!

 

H. Martens

 

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