Monatsspruch Mai 2018

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebr 11,1

Hand aufs Herz: Haben Sie heute schon gegoogelt? Wir leben im Informationszeitalter. Nie war Wissen für alle derart verfügbar, sprich-wörtlich nur einen Klick entfernt. Die Wissenschaft hat uns in den letzten Jahrhunderten viele Erkenntnisse gebracht. Und diese sind nicht mehr nur elitär unter wenigen diskutiert, sondern für alle z.B. über die Suchmaschinen im Internet verfügbar. Jeder kann in Windeseile jede Frage klären. Jede! Jede?

Durch omnipräsente Erklärungen für alles verliert sich hingegen auch viel Geheimnisvolles im Leben. Eine Wissensgesellschaft kennt zu jeder Frage ein „Ja“ oder „Nein“, lässt kein „Vielleicht“ gelten. Ein „Das weiß ich nicht“ wird viel zu oft mit Dummheit abgetan. Das ist natürlich Unsinn, machen wir uns nichts vor: Trotz all des Fortschritts lassen sich viele Fragen noch immer nicht so einfach beantworten. Fühlt meine Angebetete so wie ich? Bleibe ich lange gesund? Ist meine Entscheidung zum Wechsel der Arbeitsstelle die richtige? Auf diese Fragen weiß auch kein Google die Antwort. Denn es geht hierbei nicht um Lexikon-Wissen, übertragbare wissenschaftliche Erkenntnisse oder um eine Berechnung einer Formel, eines Algorithmus‘; es geht um persönliche, also subjektive Fragen. Und es geht um komplexe Zusammenhänge von Hoffnungen und Erwartungen jedes Einzelnen an die jeweilige Situation.

So hoffen wir auf die „richtige“ Antwort: „Natürlich fühlt sie so wie ich“, oder „ich achte auf meinen Körper, also bleibe ich sicherlich gesund“, usw. Und hier springt uns der Monatsspruch hilfreich zur Seite. Mein Hoffen – zumindest bei realistischen Fragestellungen – darf positiv besetzt sein! Ich darf die Zuversicht haben, dass mein Hoffen Erfolg haben kann. Ich darf glauben, dass alles gut wird!

Glaube an das Leben! Glaube an die Liebe! Und nennen wir beides Gott. Keiner wird bezweifeln, dass es beides gibt. Und das, obwohl - oder gerade weil - wir es nicht sehen können...

 

Kirchengemeinderat Lars Eifler

 

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