Ansgarspiegel

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Monatsspruch Dezember

Alle Jahre wieder......

… kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. So geht die erste Strophe eines weihnachtlichen Volksliedes. Klingt irgendwie nach Routine, eben nach: Alle Jahre wieder! Nichts Besonderes, eher ein bisschen wie die Aufforderung des Finanzamtes zum 31. Mai – alle Jahre wieder. Eben immer dasselbe. Langweilig. Gibt aber auch Sicherheit, Routine gibt auch Sicherheit, schützt vor (bösen) Überraschungen, man weiß, was am 24. Dezember auf einen zukommt. Oder? Nur manchen fällt erst am 24. ein, dass ja nun Weihnachten wird und sie stürzen sich ins Mönckebergstraßengetümmel – nur dieses Jahr nützt das nichts. Ich habe mir versucht vorzustellen, wenn es diesmal nicht das Alle-Jahre- Wieder wäre, sondern was wohl passieren würde, wenn Christus wirklich wiederkäme. Würden wir das überhaupt merken? Und wenn wir es merkten, wie würden wir darauf reagieren? Mit Verunsicherung, Begeisterung, Spott? Würden wir ihn wegjagen oder ihn in unsere vertraute Alltagsroutine einfach einbauen, so ein bisschen auf das 21. Jahrhundert zurechtgeschliffen? Was würden wir tun, wenn er wieder sagte: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Würden wir ihn überhaupt verstehen? Und was würden wir verstehen? Und würden wir etwas ändern? Und wenn wir nichts ändern wollten, wäre es dann egal oder gar besser, wenn er nicht käme? Aber vielleicht ist das alles Unsinn. Vielleicht reicht es, sich – und nicht nur alle Jahre wieder – sondern täglich zu vergegenwärtigen, dass er schon da ist, längst, der kleine verletzliche Gott, so verletzlich wie wir. An unserer Seite, dass wir diese Leben bestehen – so gut wir können. Gesegnete Weihnacht!

Pastor Helge Martens

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