Ansgarspiegel

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Monatsspruch Juli/August

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Psalm 42, 3

„Durst ist schlimmer als Heimweh“, sagt der Volksmund. Durst ist etwas ganz Existentielles. Wenn unser Gehirn „Durst“ signalisiert, sollten wir baldmöglichst etwas trinken. Ohne zu trinken können wir nur sehr kurze Zeit überleben. In unserem Psalm wird der Begriff „Durst“ bildhaft benutzt. Er umschreibt eine große Sehnsucht, ein tiefes, starkes Verlangen nach Veränderung. Der Dichter durchlebt eine psychisch äußerst belastende Zeit. Feinde haben Israel erobert, den Tempel zerstört, die Menschen verschleppt und spotten der Besiegten.

„Wo ist Dein Gott, der Dir hilft?“ Tränen und Zweifel kommen auf. Und das Bedürfnis, einmal das Herz ausschütten zu können. Schwierige und belastende Lebenssituationen gehören zum Leben. Sich in einer solchen Situation jemandem anzuvertrauen, sich einzugestehen, dass man nicht mehr weiterweiß und kann, fällt nicht gerade leicht. Aber den Kummer rauszulassen ist immer der erste Schritt zu einem Neuanfang.

Im Umgang mit seiner Traurigkeit, im Nichtverdrängen, findet der Psalmist neue Hoffnung. Im Gebet und der Erinnerung an die Gemeinschaft beim (Gottesdienst-) Feiern werden Überlebenskräfte wach und lassen den Dichter trotz allem dankbar werden und durchhalten. Die Erinnerung gibt neue Kraft.

Mehr als zwei Jahre Corona liegen jetzt hinter uns. Vieles haben wir vermisst. Auch wenn die Pandemie längst nicht vorbei ist, dürfen wir inzwischen aufatmen. Begegnungen sind wieder möglich, Gottesdienste ohne Auflagen und Gemeinschaft dürfen wieder gelebt werden.

Ich habe vieles von dem sehr vermisst und bin dankbar für die wieder neu gewonnenen Perspektiven. Sie auch?

 

Kirchengemeinderat Eberhard Krieger

 

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