Ansgarspiegel

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Monatsspruch Dezember

Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.

Jes 11,6 (E)

Wäre das nicht schön? Der Jäger (Wolf) lässt sich von der Beute (Lamm) beschützen, auch der Panther tut dem jungen Ziegenbock nichts. Der Löwe wird gar zum Vegetarier, um das Kalb für seinen Fortbestand nicht töten zu müssen. Es liegt ein tiefer Frieden in dieser Metapher!

Jesaja kündigt diese neue Weltordnung an und ergänzt: „ein kleiner Junge leitet sie“. Natürlich kann er um 700 vor Christus noch nicht den Namen des Kindes kennen, auf den diese Weissagung später im Christentum hinweisen wird. Und gerade jetzt um die Weihnachtszeit wird klar, welche Parallelen zum christKIND wir natürlich ziehen. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit sehnen und singen wir wieder vom – in der Metapher überdeutlich gezeichneten – Frieden. Und haben Krieg vor der Tür!

Unser aktueller Monatsspruch beschreibt eine Utopie, unsere Lebenserfahrung zeigt ein anderes Bild. Lag Jesaja also falsch?

Ich meine, nein! Natürlich wäre es verlockend, dass ein einzelnes Ereignis, eine einzelne Person, quasi mit einem Fingerschnippen diese komplizierte und beizeiten schreckliche Welt zu einem Paradies machen könnte. Nur ist diese Hoffnung nicht nur weltfremd, sondern geradezu gefährlich. Wenn ich nur passiv bin, nach dem Motto lebe: „uns geht es schlecht, aber es wird schon einer kommen, der uns rettet.“, dann werde ich lange und vermutlich umsonst warten.

Im schlimmsten Fall werde ich mich eben der „nächst-stärksten“ Führungsfigur unterordnen. Und was dann passiert, sehen wir an vielen Enden der Welt, in denen Despoten nachgelaufen wird, ohne selbst zu denken. Dann kommen wir zu Staatsoberhäuptern wie Trump, Putin, Jingping, Bolsonaro, Erdogan … die Liste ist lang …, die nicht den Frieden und das Wohl aller im Blick haben, sondern extreme, oft extremistische Ideen und Selbstbereicherung.

Was kann ich also für mich Hilfreiches aus dem Monatsspruch ziehen? Ich denke, Folgendes: Es ist wichtig, aktiv auf ein Ziel hinzuarbeiten! Das beinhaltet, dass ich mir ein Ziel setze – vielleicht sogar ein unerreichbares. Und wenn mir das Ziel gefällt, dann fällt es mir leicht, daran zu arbeiten, dass es irgendwann Wirklichkeit wird. Ich komme von der passiven Leidens- in die aktive Verbesserungsrolle. Und das ist wichtig! Wir sollten unsere Zukunft auf diese Utopie hin gestalten. Egal, ob dieses Ziel erreicht werden kann. Wenn wir wirklich wollen, können wir unsere Welt so ein Stück besser machen!

Ein friedliches Weihnachtsfest wünscht Ihnen

 

Ihr Kirchengemeinderat Lars Eifler.

 

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